Galerie Gisèle Linder
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Kathrin Kunz Neue Arbeiten
21.1.-11.3.2017

Schwarz und Weiss und alle Töne dazwischen charakterisieren die Werke der Künstlerin, die sie auf Papier ausführt. Nicht um die Reproduktion vorgegebener Motive, insbesondere der Fotografie, geht es ihr, sondern um deren Weiterentwicklung und Neuerfindung in einem langsamen, meditativen Arbeitsprozess: über Tage und Wochen arbeitet sie Graphitstaub Schicht für Schicht in das Papier ein. Kathrin Kunz sieht in der Monochromie - in der selbst gewählten Reduktion gestalterischer Möglichkeiten - eine Chance, in eine Fragestellung tiefer einzudringen und nach neuen Möglichkeiten des Darstellbaren zu forschen und Neues zu entdecken.

Die Kompositionen der Arbeiten von 2016 sind elementarer Natur, sie werden häufig durch die Horizontale, die Vertikale und die Diagonale bestimmt. Diese können als markante Grenzlinien zwischen Hell und Dunkel wirksam werden. In den 144 x 180 cm messenden Querformaten mit horizontaler Ausrichtung des Motivs stellt sich bald schon der Eindruck von Landschaften ein, die sich vor allem nach links und rechts fortsetzen und weitergedacht werden könnten .

Doch dann, wenn die Grenze zwischen Land und Meer beziehungsweise Himmel und Erde scharf gezogen, und die Trennung durch die zunehmende Verdunklung von unten zur Horizontlinie hin betont wird, kann der Blick in die Tiefe des Raumes förmlich umkippen, so dass sich die Illusion einstellt, als trete diese Grenzlinie nach vorne aus dem Bild heraus und das Blatt wölbe sich dem Betrachter entgegen.

Mehrdeutige Qualitäten zeichnen auch die wesentlich kleineren Formate aus. In ihnen tritt das konstruktive und spielerische Element deutlicher in Erscheinung, was sich im Seriellen der Werke äussert. Die in der hellen Papierfarbe belassenen Bereiche sind zwar als Flächen lesbar, doch ebenso als Licht, das auf dreidimensionale geometrische Objekte fällt und sie plastisch hervortreten lässt.

In der Suche nach Gegenständlichkeit, die der Betrachter unternimmt, zeigt sich durchaus etwas Existentielles. Das Licht bringt die Gegenstände zum Leben, und da, wo sich solche nicht oder kaum nur festmachen lassen, ist man bereit, die hell belassene Papieroberfläche mit ihren mal scharfen, mal weichen Übergängen zum Dunklen hin als Öffnung in eine un-bestimmte, endlose Weite zu sehen.

Dr. Christian Müller


Alfonso Fratteggiani Bianchi
21.1.-11.3.2017

In der Nähe von Perugia, wuchs er auf und bildete sich als Künstler. Die Bilder von Fratteggiani Bianchi entstehen aus einem Material, was schon seit Jahrhunderten aus der umbrischen Erde gewonnen wird: die Pietra Serena. Auf diesem grauen Sandstein, in Form von wenigen Zentimeter tiefen Rechtecken, appliziert der Künstler mit einer einzigartigen Technik Farbpigment in Pulver auf die Oberfläche. Der sehr poröse Stein nimmt in seinen mikroskopischen Hohlräumen das Pigment auf, welches mit dem Kleinen Finger eingedrückt wird. Das Pigment haftet so an der Oberfläche ohne Bedarf von Bindemittel. Dies ermöglicht eine Wahrnehmung der Farbe in all ihrer Leuchtkraft, die anders nicht möglich wäre. Die Farboberfläche gibt so dem Beobachter einen besonderen Eindruck von Tiefe, verstärkt durch die Dreidimensionalität der Steinplatte

Matilde Fratteggiani Bianchi