Galerie Gisèle Linder
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URSULA MUMENTHALER "AREA"

5.11.2016–7.1.2017

Die Schweizer Künstlerin Ursula Mumenthaler (geb. 1955 in Staffelbach) lebt und arbeitet in Genf. In ihrem Werk geht es oft um das Spiel von Licht und Architektur im Raum, welches sie mit ihrem bevorzugten Medium, der Fotografie, zum Ausdruck bringt. Angefangen hat es mit dem Interesse des Innenraums, in welchem die Künstlerin mittels malerischer Installation und Fotografie neue Raumillusionen erschafft.

Seit 2008 ist die Rolle der Architektur im Aussenraum in Wechselbeziehung zur Natur ein Thema, welches die Künstlerin stark beschäftigt. Als Inspiration dienen ihr Pressebilder von Naturkatastrophen, welche fast täglich unsere Medienlandschaft fluten. Es ist die beängstigende und zugleich fesselnde Ästhetik dieser Bilder, welche Ursula Mumenthaler zu ihrer Arbeit inspirieren. Der Mensch im ständigen Kampf gegen die Kraft der Natur, welcher er sich stets zu entziehen versucht und dabei scheitert.

So liegt in AREA der Fokus auf dem Aufeinanderprallen von Natur und menschengemachter Künstlichkeit. In ihrem neuesten fotografischen Werk zeigt Ursula Mumenthaler Gebäudeformationen, welche in einer meist apokalyptisch anmutenden Landschaft eingebettet sind. Die Städte aus Modellkarton sind mit Fotografien real existierender Fassaden aus Berlin und Paris umschlossen, welche mit echten Landschaftsfotografien überlagert werden.

Durch den Effekt der Superposition und die Wahl der Luftperspektive bekommen die Bilder eine zerstörerische Schönheit. Die Stadt wird von den Elementen der Natur eingenommen, ähnlich wie in Franz Hohlers Buch “Die Rückeroberung“. Sie wirkt verlassen, der Kampf gegen die Natur scheint verloren. Nur die Gebäude erinnern noch an die ehemals vorhandene Zivilisation.

In der Serie «Journal» hingegen benutzt Ursula Mumenthaler reale Bilder ökologischer Katastrophen in abstrahierter Form. Die Arbeit ist als Installation mit der dazugehörenden Publikation «Journal» dargestellt. Es sind Pressebilder, welche von der Künstlerin soweit verändert wurden, dass sie als farbige Negative eine ganz eigene Anmut der Endzeitstimmung hervorrufen. Die Fragilität unserer Welt, in der wir alles zu kontrollieren versuchen wird auf eindringliche Weise spürbar.

Marina Huonker, Oktober 2016